Heute in Trier - der Veranstaltungskalender

Datum: Mittwoch, 14. März 2018

Ausstellungen

' Der Turm Luxemburg oder auch nicht '

von Marc Kalbusch

Uhrzeit: 16.00 - 19.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Galerie netzwerk, Neustr. 10, 54290 Trier

Mittwoch
14
März

Zeitraum: 21.02.2018 - 17.03.2018

Der Turm Luxemburg erhebt sich auf dem Trierer Petrisberg wie eine stählerne Sphinx mit Blick auf das Moseltal, observierend, je nach Lichtverhältnis und Perspektive drohend und ehrfürchtig. Die Treppenkonstruktion ist in Form einer gut sichtbaren, keilförmigen Rampe ausgeführt. Eine an sich lineare Gangführung, welche zweimal auf dem Weg nach oben eine Richtungsänderung erfährt, erlaubt den Zugang zu der obersten Ebene, Diese Aussichtsplattform bietet dem Besucher aufgrund ihrer tunnelförmigen Struktur einen kanalisierten Ausblick auf die Trierer Höhenlagen und das Moseltal. Dass dabei der Blick ins namengebende Nachbarland hinüberreicht, ist eher Programm als Zufall.

Zwischen den einzelnen Treppenblöcken befinden sich kleinere, ebene Podeste, die zu ausladenden Balkonen mit unterschiedlichen Sicht-und Gefühlssensationen führen. Eine der spannensten Seiten des Turmes liegt in seiner sehr beschränkten Funktion; er hat keinen realen Nutzen. Ist mehr Skulptur als Bauwerk. Der Architekt, Francois Valentiny nennt ihn den „ Turm der Träume und Sehnsüchte“. Rein assoziativ zum Wort „Träume“ würde man sich den Turm eher rundlicher, weicher vorstellen. Real ist er aber kantig und durch klare, gerade Linien geprägt. Oft ist es gerade das Widersprüchliche, was uns an Dingen fasziniert. Obwohl der Turm in der Nähe der ersten Spuren römischer Kultur auf Trierer Boden residiert, verkörpert er wie kein anderes Bauwerk das moderneTrier. Durch seine gebrochene Linienführung reflektiert er jedoch ebenso die Wendungen und manigfaltigen Entwicklungen in der Trierer Stadtgeschichte,. Einschliesslich die über 2 Jahrtausend immer wiederkehrenden Zerstörungen der Stadt. Brüche – wie sie auch in der Vita eines Menschens vorkommen können.

Menschen brauchen Träume und Sehnsüchte und die Hoffnung , diese wahr werden zu lassen. Die Möglichkeiten des Menschen, Träume zu realisieren, neue Wege zufinden und zu gehen sind stark eingeengt, wenn nicht gar vorgegeben. Normen, Emotionen, Traditionen und Reflexionen über das eigene Selbst schränken die menschliche Fähigkeit, Träume und Sehnsüchte zu realisieren, stark ein. Der Mensch versucht, durch ständiges Verschieben und Spiegeln der wenigen ihm zur Verfügung stehenden Versatzstuecke träumerischer Möglichkeiten der Sehnsucht nach Individualität und Kreativität nachzukommen. Der Wunsch des Menschen, nicht immer alles als unumstösslich vorgegeben hinnehmen zu müssen, zu hinterfragen, wie es auch anders sein könnte, zu träumen, wird in den fotographischen Abbildern des Turm Luxemburgs mal spielerisch leicht, mal melankolisch schwer dargestellt.

Ohne das Konstrukt konkret verändern zu wollen, sieht Marc Kalbusch seine eigentliche künstlerische Arbeit darin, herauszufiltern und zu visualisieren, welche versteckten Strukturen und Gebilde sich in dem bestehenden Bauwerk außerdem noch befinden. Dabei entstehen neue Welten, neue Gebilde von überraschender graphischer, skulptureller Qualität. Erreicht wird dies dadurch, dass das ursprüngliche, digitale Photo teilweise fragmentiert wird , zerlegt in seine Grundelemente. Durch Spiegelungen, Überlagerungen auf verschiedenen Ebenen, Dehnungen und Stauchungen, Umkehren von Partien in denNegativmodus und Verfärbungen entstehen so die neuen, überraschenden Werke.

Letztendlich drücken die Bilder durchaus auch Zukunftsträume, -ängste und –sehnsüchte des Künstlers selbst aus. Und sei es nur sich selbst in Doppelfunktion auf der Plattform zu manifestieren.
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