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Eine Familiengruppe mit kleinen und größeren Kindern steht mit einer Gästeführerin vor der Porta Nigra. Mehrere Kinder reißen jubelnd die Arme gen Himmel, die anderen Personen lächeln.  - © Trier Tourismus und Marketing GmbH_Victor Beusch
Trier für Alle

Statistik 2025: Erfolg kennt (k)eine Grenze

18.03.2025

Volle Fahrt voraus – volle Betten an Land: Trierer Tourismus auf Rekordkurs

Wer an der Spitze steht, genießt die beste Aussicht – doch manchmal zeigt der Blick von oben auch, wo es eng wird. Im Jahr 2025 erreichten die Trierer Beherbergungsbetriebe mit einer Bettenauslastung von 45,8 Prozent den Bestwert unter allen kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz. Während Koblenz bei 42,9 Prozent und Mainz bei 39,6 Prozent verharrten, beweist die älteste Stadt Deutschlands einmal mehr ihre ungebrochene Anziehungskraft. Doch die erfreulichen Auslastungszahlen erzählen nur die halbe Geschichte, denn zugleich zeigt sich eine strukturelle Herausforderung, die dem weiteren Wachstum Grenzen setzt.

Das Gesamtjahr 2025 präsentiert sich für den Trierer Tourismus in stabiler Verfassung. Insgesamt 467.804 Gäste wurden in den meldepflichtigen Betrieben mit mindestens zehn Betten registriert, was nahezu exakt dem Vorjahresniveau entspricht (2024: 468.645 Gästeankünfte). Bei den Übernachtungen gelang mit 878.364 ein leichtes Plus (2024: 876.416 Übernachtungen), womit Trier sich auf solidem Kurs bewegt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt weiterhin bei rund 1,9 Nächten pro Gast, was darauf hindeutet, dass Trier seine Gäste nicht nur anzieht, sondern auch zu halten vermag.

Besonders stark präsentierten sich die Sommermonate: Der Juli markierte mit 51.972 Gästen und 96.253 Übernachtungen den Höhepunkt der Saison, dicht gefolgt vom August mit 50.578 Gästen und 96.097 Übernachtungen. Interessant dabei: Selbst der Januar konnte mit 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen, der in früheren Jahren quantitativ starke Monat September verlor hingegen sowohl bei Gästeankünften als auch bei Übernachtungen um 5 bzw. gut 6 Prozent. Auch der Oktober überraschte mit einem kräftigen Wachstum von 7,1 Prozent bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahresmonat und erreichte 88.118 Übernachtungen – ein Zeichen dafür, dass die Nebensaison zunehmend an Bedeutung gewinnt, selbst wenn die Gästeankünfte in diesem goldenen Herbstmonat sinken.

„Das Geheimnis der Porta Nigra“ feiert seine 10.000 Vorstellung

Die kulturelle Substanz, auf der dieser Erfolg ruht, zeigt sich besonders eindrucksvoll in den Erlebnisführungen der Trier Tourismus und Marketing GmbH (TTM). Insgesamt 913 Vorstellungen lockten im Jahr 2025 rund 27.000 Zuschauer in die römische Vergangenheit und mittelalterlichen Gassen Triers. An der Spitze marschierte dabei „Das Geheimnis der Porta Nigra“: Mit 538 Vorstellungen und 15.790 begeisterten Zuschauern erwies sich die römische Kostümführung einmal mehr als Publikumsmagnet. Dabei konnten sich die Schauspieler des Zenturios nicht nur über die höchste Gesamtanzahl an Führungen seit 2020 freuen, sondern auch ein besonderes Jubiläum feiern: Seit der Premiere im Jahr 2005 zog die Erlebnisführung nun schon über 10.000 Mal Zuschauerinnen und Zuschauer in die Wehrgänge der Porta Nigra. Auch der „Gladiator Valerius“ erfreute sich mit 8.114 Zuschauern bei 255 Vorstellungen großer Beliebtheit, während „Der Teufel in Trier“ nach seiner Wiederaufnahme 2024 mit 1.199 Zuschauer*innen erneut steigern konnte.

Erstmals mehr als 2000 Führungen für Flusskreuzfahrtschiffe

Auch im Bereich der Stadtführungen zeigte sich, dass Trier seine Gäste zu fesseln vermag. Über 7000 Rundgänge wurden im Jahr 2025 durchgeführt. Darunter waren gut 5700 Gruppenführungen, die die Touristinnen und Touristen begeisterten, ein Plus von rund 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Beleg für die anhaltende Attraktivität der Stadt als Kultur- und Geschichtsziel. Dabei profitiert Trier in besonderem Maße vom Boom der Flusskreuzfahrten: Erstmals seit Beginn der Statistik 2006 überstieg die Zahl der gebuchten Führungen für Flusskreuzfahrtschiffe die 2000er-Marke – eine Steigerung zum bisherigen Rekordjahr 2019 um ganze 20 Prozent. Das forciert auch die internationale Ausrichtung des Angebots: Jeder zweite von einer Gruppe gebuchte Stadtrundgang wird in einer Fremdsprache durchgeführt. Diese sprachliche Vielfalt unterstreicht die grenzüberschreitende Anziehungskraft der Moselmetropole und ihre Bedeutung als touristisches Ziel für Gäste aus dem Ausland.

Bettenkapazität erschwert weiteren Wachstum

„Die hohe Auslastung zeigt, dass wir die vorhandenen Kapazitäten optimal nutzen, aber sie offenbart auch, dass wir an Grenzen stoßen", erklärt TTM-Geschäftsführer Yannick Jaeckert. „Die Zahlen des zurückliegenden Jahres stützen die statistischen Daten und damit verbundenen Einschätzungen, die das ,Nachhaltigkeitskonzept für den Tourismus der Stadt Trier‘ festgestellt hat.“ Tatsächlich lag das Bettenangebot im Jahr 2025 bei 5256 Betten in 55 meldepflichtigen Betrieben ab zehn Betten – eine Kapazität, die seit 2021 kontinuierlich abnahm. Insbesondere in den nachfragestarken Tourismusmonaten Mai bis Oktober, in denen die monatlichen Übernachtungszahlen zwischen 85.000 und 96.000 liegen, werden die Kapazitätsengpässe spürbar. Auch der November zeigte mit einem Plus von 7,5 Prozent bei den Übernachtungen auf 66.288, dass selbst außerhalb der klassischen Hochsaison Potenzial vorhanden ist, insbesondere dann, wenn eine große Landesausstellung wie „Marc Aurel“ das kulturinteressierte Publikum an die Mosel zieht.

Im direkten Vergleich mit den Nachbarstädten zeigt sich dennoch die Wettbewerbsfähigkeit der Moselmetropole. Obwohl sowohl Mainz als auch Koblenz über größere Gesamtbettenkapazitäten verfügen und diese teilweise ausbauen konnten, begrüßte Trier im direkten Vergleich zu Koblenz sogar mehr Gäste. Zudem profitiert die Stadt von ihrer grenznahen Lage zu Luxemburg und ihrer Einbettung in die Wein- und Kulturlandschaften der Moselregion, was sich in einem überdurchschnittlichen Anteil ausländischer Gäste niederschlägt. Rund ein Viertel der Ankünfte stammt aus dem Ausland, vornehmlich aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich.

Trotz seiner doppelten Grenznähe, die sich im zurückliegenden Jahr sowohl geographisch als auch kapazitätsbezogen zeigte: Die Zahlen des Jahres 2025 zeichnen das Bild einer Stadt, die ihre touristische Position nicht nur behauptet, sondern in der Auslastung sogar im Rahmen ihrer Möglichkeiten ausbauen konnte. Die Mischung aus römischem Erbe, lebendiger Geschichtsvermittlung und attraktiver Lage macht Trier zu einem Anziehungspunkt, der seine Besucherinnen und Besucher fesselt. Wer an der Spitze steht, hat eben nicht nur die beste Aussicht – sondern auch die besten Geschichten zu erzählen.