Gesamtprogramm von Trier für Treverer veröffentlicht
Deep Thought und Douglas Adams wussten es schon vor fast 50 Jahren: Die ultimative Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest lautet 42. Wer jedoch nicht per Anhalter durch die Galaxis unterwegs ist, sondern als Trierer durch den Kosmos von Biewer bis Olewig, weiß, dass sich selbst in der ältesten Stadt Deutschlands die großen Wahrheiten hinter den (Jahres-)Zahlen verbergen. Offensichtlich wird das in den spannenden Rundgängen des beliebten Trier für Treverer-Programms, das nun in Gänze in seinen Vorverkauf gestartet ist – in diesem Jahr mit besonders vielen Führungsterminen und zahlreichen neuen Formaten.
Die neue Führung „Trier ist Weltklasse!" macht am 11. April den Anfang. Gästeführerin Dorothé Gasber erklärt auf einem zweistündigen Rundgang, was es bedeutet, UNESCO-Welterbe zu sein – und welche Herausforderungen damit einhergehen. Zwischen Porta Nigra, Konstantinbasilika und Kaiserthermen wird deutlich: Große Geschichte und modernes Stadtleben müssen sich nicht widersprechen. Sie können einander bereichern, wenn man die Spielregeln versteht, die in Trier genauso gelten wie in Angkor Wat oder am Taj Mahal.
Handwerk im Wortsinn zeigen die beiden Kooperationsführungen mit dem städtischen Hochbauamt. Am 2. Mai öffnet Projektleiterin Katja Jaskulski die Türen zur sanierten Mehrzweckhalle am Mäusheckerweg, die gleich drei Stadtteile miteinander verbindet. Am 31. Oktober führt Projektleiter Louis Rabe durch die neue Grundschule Egbert, eine Innenstadtschule im Grünen, die nach neuesten Standards ertüchtigt wurde. Wer dem Genuss von Architektur, Stadtplanung und Gemeinwohl auch den fluiden Genuss beiseite stellen will, hat hierfür gleich mehrere Möglichkeiten. Am 9. Mai lädt Jens Baumeister zur „Bettelmönch und Panschskandal"-Weintour ein. Dabei geht es um mittelalterliche Weinberge innerhalb der Stadtmauern, um Berufe wie den Ungeldeinzieher oder Weinschreier, um Panschskandale mit Blei-Acetat und die exklusive Grabung im Turm Jerusalem – natürlich mit drei Weinen zur flüssigen Untermalung. Ähnlich genussreich wird es bei Carmen Müller, die am 31. Mai und 25. Oktober in „Ein Meisterwerk am alten Hafen“ über das Gelände von St. Irminen führt. Beide Führungen waren im letzten Jahr rasend schnell ausverkauft – und auch bei manch anderem Rundgang heißt es schnell sein. Zum Beispiel, wenn der vielleicht unbekannteste Weinberg Triers, der „Heiligkreuzer Reiherweiher“, am 15. August Ziel eines gemütlichen Spaziergangs mit Maren Rensch wird. Der dortige Förderverein bewirtschaftet knapp 900 Rieslingreben und produziert daraus einige der exklusivsten Getränke der Stadt – Verkostung inklusive. Am 19. September nimmt Ewald Thömmes seine Gäste mit auf eine Bierreise von Trier bis Trassem, von Niedermennig bis Temmels. Fünf Verkostungen und eine Brauereibesichtigung zeigen: Handwerkliches Können und kreatives Unternehmertum gehen bestens zusammen.
Geschichte mit Herz erzählen „Die dreij Trierer Mädercher“ am 12. Juni und 28. August. Die Kostümführung mit Kaisermutter Helena, der Metzgersgattin Adelheid von Besselich und Jenny Marx verbindet Antike, Mittelalter und Neuzeit – mit humorvollen Disputen über Kaisertum, Religion und die richtige Anzahl von Kirchen. Ebenso emotional wird es bei der Hexenjagd-Kostümführung, die aufgrund der großen Nachfrage in diesem Jahr gleich dreimal stattfindet. Zwischen 1586 und 1595 wurden in Trier rund 400 Menschen als Hexen und Zauberer verurteilt und hingerichtet – ein düsteres Kapitel, das von Aberglauben, Folter und dem mutigen Widerstand Friedrich Spees erzählt. Wer es lieber beschaulich mag, besucht mit Daniel Klasen am 6. Juni oder 29. August den Trierer Hauptfriedhof. Der Friedhofsmeister zeigt nicht nur die letzten Ruhestätten Trierer Persönlichkeiten und kulturhistorische Schätze aus über 200 Jahren, sondern auch eine urwüchsige Ruheoase mit über 10.000 Gräbern und 1.400 Bäumen – und klärt nebenbei, was es mit dem „Nackten Mann" auf sich hat. Ähnlich bereichernd ist die Synagogenführung mit Peter Szemere am 21. Juni, die jüdisches Leben in Trier gestern und heute zeigt und auch den alten jüdischen Friedhof in der Weidegasse einschließt.
Ewald Thömmes lädt am 14. Juni zur Tür-an-Tür-Tour durch die Altstadt ein. Von Noah und der Arche über die Verkündigung an Maria bis zu den törichten und klugen Jungfrauen erzählen Portale, Tore und Prachtbauten Geschichten von kunsthistorischen Epochen, Trierer Legenden und bedeutenden Persönlichkeiten. Einen ganz anderen Zugang zur Stadtgeschichte bietet am 6. Juni Professor Dr. Michael Jäckel, ehemaliger Unipräsident, bei seiner Spurensuche nach der „uralten Universität“. 1473 gegründet, gehört Trier zu den frühen Universitätsstädten im Heiligen Römischen Reich – die akademische Zeitreise beginnt am Simeonstift und endet dort, wo 1798 die alte Universität ihr vorläufiges Ende fand. Den Jahresausklang bilden zwei adventliche Touren: Am 4. Dezember führt Ralf Richardt bei einer neu konzipierten Taschenlampenwanderung über den Felsenpfad, mit Ausblicken über die Stadt und einem Glas Wein in vorweihnachtlicher Atmosphäre. Am 6. und 13. Dezember spaziert er durch die Weinbergslagen des Aveler Tals und stößt im Weihnachtswald des Gut Avelsbach an, wo rund 80 geschmückte Weihnachtsbäume und ein Glas Sekt auf die Teilnehmer warten.
Alle Informationen, Termine und Buchungsmöglichkeiten zu den insgesamt nicht nur 42, sondern sogar 47 Rundgängen finden Interessierte unter www.trierfuertreverer.de. Wer Trier wirklich kennenlernen will, sollte sich rechtzeitig Tickets sichern – denn manche Geschichten lassen sich nur einmal im Jahr erzählen.