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Trier für alle

Kurfürstliches Palais

Es gab so einiges, was die Trierer ihrem Erzbischof im Laufe der Jahrhunderte vorwarfen. Insbesondere die Tatsache, dass er ihre Reichsunmittelbarkeit nicht anerkannte, stieß ihnen sauer auf. Was sie ihm jedoch nicht vorwerfen konnten, war mangelnde Selbstdarstellung. Insbesondere, seit er ab dem 13. Jahrhundert die Kurfürstenwürde innehatte und damit den König mitwählen durfte, war dem Trierer Oberhirten daran gelegen, nicht nur seine geistliche, sondern auch seine weltliche Macht nach außen zu tragen.

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Kein Wunder, dass er deshalb die hoch symbolisch besetzte Thronhalle Kaiser Konstantins einem Generalumbau unterzog. Bereits seit der Jahrtausendwende hatten die Trierer Bischöfe diese als Burg genutzt, jetzt, Ende des 16. Jahrhunderts, wurde die antike Palastaula verschmälert und mit drei Schlossflügeln im Renaissancestil ergänzt. Doch damit nicht genug: Im Norden begannen die Bautrupps mit der Errichtung eines so genannten Niederschlosses  mit Wirtschaftsräumen und einem Archivgebäude (heute der „Rote Turm“, in dem sich die Glocken der Konstantinbasilika befinden). Im 18. Jahrhundert jedoch war das Rokoko die bestimmende Architekturform – unglücklich für den, der in seiner Residenz den je aktuellen Zeitgeschmack verwirklicht sehen will. Und so wurde ab 1756 der Renaissance-Südflügel durch einen Flügel im Rokoko-Stil ersetzt. Erneut erhielt der Balthasar Neumann-Schüler Johannes Seiz den Auftrag, der auch in St. Paulin, im Dom und beim Georgsbrunnen auf dem Kornmarkt Hand angelegt hatte. Insbesondere die kunstvolle Treppe im Innern des Palais ist eines seiner Meisterwerke. Mit von der Partie war Ferdinand Tietz, der ebenfalls bei Neumann gelernt hatte. Von ihm sind zusätzlich die im Palastgarten aufgestellten Skulpturen (in Kopie, die Originale befinden sich größtenteils im Stadtmuseum Simeonstift). Auch wenn es den meisten Trierern der damaligen Zeit vermutlich nicht wichtig gewesen sein dürfte: Auch mangelnde Kunstförderung ist etwas, was dem Erzbischof nicht vorwerfen kann.

Ein Muss für: Rokoko-Faszinierte. Detailverliebte. Vom-eigenen-Schloss-Träumer.

Pink: 30%
Dekoration: 60%
Gegensätze: 40%


PSSSST! DER GEHEIMTIPP:
Verpassen Sie keinesfalls den Nordflügel des Palais, wo Sie sich nicht nur den Roten Turm etwas genauer anschauen können, sondern mit dem Wasseruhrbrunnen des Frankfurter Künstlers Karl-Jakob Schwalbach auch die ganze Geschichte Triers auf dem Silber...oh nein, falsch...auf dem Granittablett serviert bekommen. Vier verschiedene Granitarten hat Schwalbach, der sich 1984 bei einem Wettbewerb anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt mit seinem Entwurf durchsetzen konnte, am und um den Brunnen verbaut. Die fünf bronzenen Tierfiguren symbolisieren fünf verschiedene Epochen der Trierer Geschichte: Das Pferd steht für den keltischen Stamm der Treverer, der Adler mit dem Liktorenbündel für die Römerzeit, das Lamm mit Schwert und Krummstab für die erzbischöflich-kurfürstliche Macht des Mittelalters, der Hund für die preußische Herrschaft seit 1815 und die Taube als Zeichen der Hoffnung für eine weiterhin friedvolle Gegenwart und Zukunft.

Header: SF/shutterstock.com

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    Trier, Kurfürstliches Palais

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Da das Kurfürstliche Palais als Verwaltungsgebäude (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) genutzt wird, sind Besichtigungen von Innenhof, Foyer, Treppenhaus und Barocksaal nur an bestimmten Tagen und / oder zu Kulturveranstaltungen wie beispieslweise dem Mosel-Musikfestival möglich.
Informationen finden Sie hier.

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