Trier für Alle

Codex Egberti

Wer im Mittelalter zum Erzbischof von Trier aufstieg, hatte karrieremäßig eigentlich alles richtig gemacht. Ein Platz in den Geschichtsbüchern war - bei guter Führung und mit der ein oder anderen innovativen Idee - so gut wie sicher. Erzbischof Egberts Ideen waren 16 Jahre lang mehr als das. Im Kloster Maximin richtete der umtriebige Kunstfreund zwischen 977 und 993 ein Skriptorium ein, in denen fortan einige Meister ihres Fachs arbeiteten, mit dem so genannten „Gregormeister“ sogar ein echtes Illustrationsgenie seiner Zeit. Von ihm stammen einige der insgesamt 60 Miniaturen, die größtenteils Abschnitte der Evangelien bebildern. Damit ist der Egbert-Kodex der älteste und umfangreichste Bilderzyklus mit Darstellungen aus dem Leben Jesu Christi in einem Buch und eine der bekanntesten Handschriften der Welt.
Mehr lesen
Vermutlich wurde der Codex für Egberts persönlichen Gebrauch geschaffen, wenn er im Dom die Messe hielt. Als so genanntes Perikopenbuch enthielt der Codex diejenigen Auszüge aus den Evangelien, die während eines Kirchenjahres im Gottesdienst gelesen wurden. Später schenkte Egbert den Codex der Kirche St. Paulin, wo er bis ins 18. Jahrhundert hinein verwendet wurde, ehe er in den Bestand der Stadtbibliothek wanderte. Dort wird er heute in der „Schatzkammer“ aufbewahrt und verweist auf Egberts enorme Förderung der Buchmalerei seiner Zeit. Der Platz in den Geschichtsbüchern sei ihm damit mehr als gegönnt!

Bis Juli 2024 ist der Codex Egberti nicht in der Schatzkmmer im Orginial zu besichtigen, da er als Leihgabe im Rahmen der Landesausstellung in Baden-Würtemberg in Konstanz ausgestellt wird. Ab Mitte August können Interessierte den Codex Egberti wieder in der Trierer Schatzkammer bewundern.
Das Weltdokumentenerbe „Ada-Evangeliar“ ist davon nicht betroffen und durchgehend ausgestellt.

Ein Muss für: Bibelfreunde. Buchliebhaber. Blattgold-Begeisterte. Mittelalterfans und Wichtige-Dinge-am-liebsten-immer-noch-mit-der-Hand-Aufschreiber.

UNESCO-Weltdokumentenerbe: 100%
Wow-Effekt: 80%
Goldglanz: 20%


PSSSST! DER GEHEIMTIPP:
Egberts glückliches Händchen in Sachen Kunstförderung zeigte sich auch im Bereich der Goldschmiedekunst. Die nach ihm benannte Egbert-Werkstatt brachte nach 977 einige der bedeutendsten Stücke der ottonischen Zeit hervor. Eines ihrer Hauptwerke ist heute in der Schatzkammer des Domes zu bewundern: der Andreas-Tragaltar mit einem fast lebensgroßen, goldenen Fuß auf dem Deckel. Er verweist auf die Sandale des Apostels Andreas, deren Sohle sich in dem kastenförmigen Reliquiar befindet. Gespickt mit Edelsteinen und Elfenbein, Perlen und Emaille ist der Tragaltar ein funkelndes Meisterwerk, das man sich nicht entgehen lassen sollte - ebensowenig wie das aufwändige Kreuzreliquiar, das ebenfalls unter Egbert entstanden ist. 
Weitere Informationen finden Sie hier.
Infos zur Barrierefreiheit

Öffnungszeiten

Heute, 25.05.2024: Offen
Öffnungszeiten: 10:00 - 17:00 Uhr
Regulär:
Dienstag - Sonntag: 10.00 - 17.00 Uhr (auch an Feiertagen)

Eintrittspreise

Erwachsene: 5,00 EUR
Ermäßigt*: 3,00 EUR
Kinder (unter 10 Jahren): frei
Schüler (im Klassenverband): 1,00 EUR
Familien** : 8,00 EUR

* Studenten, Schüler, Senioren ab 65 Jahre, Kinder 10 – 18 Jahre, Menschen mit Behinderung
** 1-2 Erwachsene und Kinder bis 18 Jahre

Audioguide / App / Trierer UNESCO-Rallye
Neben Audio-Guide-Führungen in Deutsch, Französisch, Englisch und Niederländisch wird gegen Gebühr eine App zum Download bereitgestellt.
Benutzung Audio-Guide 2,00 EUR
Download der Führungs-App: 2,00  EUR

Trierer UNESCO-Rallye (geeignet für Familien mit Kindern und Schüler ab Klasse 7) »

Kontakt

Schatzkammer der Stadtbibliothek Trier
Weberbach 25
54290 Trier

Tel. +49 (0)651 718-1427
www.stadtbibliothek-weberbach.de